Auf seiner fünftägigen Sommertour durch den Freistaat machte der Thüringer Ministerpräsident am Donnerstag halt in Rudolstadt, um sich die Manufaktur der Ankerstein GmbH anzuschauen. Betriebsleiterin Ines Schroth erklärt Ramelow die Stationen in der Produktion, an der die Steine aus dem Granulat (Quarzsand, Schlämmkreide, Leinöl und Farbpigmente) gepresst und später “gebrannt” werden. Aktuell arbeiten sechs Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung in der Produktion.

Bereits auf der Industriekulturausstellung 2018 in Pößneck und im Januar auf der Grünen Woche probierte er sich an den Steinchen. „Er bevorzugte die roten“, erinnert sich Betriebsleiterin Ines Schroth. In einer Präsentation gab sie Ramelow und Gefolge, der von Rudolstadts Bürgermeister Jörg Reichl (BfR) und CDU-Landtagsabgeordneten Maik Kowalleck begleitet wurde, einen Überblick über Geschichte und das Portfolio des Unternehmens. 

Frau Schroth hob hier einen didaktischen Mehrwert gegenüber den Produkten eines dänischen Branchenkollegen hervor. „Bei Lego-Steinchen lernen die Kinder, dass aufeinander stecken in jedem Fall hält.“ Bei den Ankersteinen, die nur durch Statik gehalten werden, sei mehr Um-die-Ecke-denken erforderlich, um Erfolgserlebnisse zu erzielen. „Das ist schon anspruchsvoller!“, so Schroth. Gerade vor dem Hintergrund immer stärkerer Digitalisierung in den Kinderzimmern sehe sie das als ein Pro-Argument.  „Auf Ankersteinen kann man natürlich schlecht weiter scrollen“, scherzte Ramelow und empfahl Geschäftsführer Hans-Heinrich Tschoepke, mit der Internationalen Fröbelakademie in Bad Blankenburg zu kooperieren. Dort waren Anfang 2018 erstmals Kindergärtnerinnen und Studenten aus China zu Gast, um die auch in Fernost populäre Lehre Fröbels an ihrem Ursprungsort kennenzulernen. „Das würde genau zu Euch passen“, befand Ramelow. Man werde Kontakte knüpfen, bestätigte Schroth.

 
Erst vor wenigen Tagen war eine Delegation aus Japan zu Gast, um sich im „analogen Spiel“ mit den Steinchen zu probieren. Workshops wie diese seien auch mit den chinesischen Gästen denkbar. Ramelow: „Gleichwertige Lebensverhältnisse können auch heißen, dass in jedem Kinderzimmer ein Anker-Steinbaukasten steht.“  Erfolgserlebnisse, nicht im Spiel, sondern im Beruf, sollen auch die aktuell sechs in der Produktion Beschäftigten mit geistigem und/oder körperlichem Handicap erleben, die Ramelow beim Rundgang ihren jeweiligen Verantwortungsbereich und Produktionsablauf zeigten.  Dass ein ungebrannter Ankerstein ohne viel Kraftaufwand in der Hand zerbröselt und ein fertiger selbst unter größter Anstrengung nicht zu zerstören ist, vollzog Ramelow ebenso nach, wie den physisch fordernden Pressvorgang an einer alten Presse. „Steinreich“, kommentierte er die Lagerräumlichkeiten

„Alle Formvariationen mitgezählt, stellen wir momentan rund 1600 verschiedene Einzelelemente in ungefähr 400 Formen her“, sagte Tschoepke. Dazu kämen thematische Sondereditionen, etwa zum Bauhausjahr oder anlässlich der Thüringer Schlössertage anfang Juni von der Veste Heldburg.

Quelle / Foto: OTZ Saalfeld / Robin Kraska

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Ankerstein GmbH © 2020

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